Berlin, Frankfurt, Köln, München, Leipzig... - die Städte wachsen. Durch Zuzug und Einwanderung, aber auch durch steigende Geburtenzahlen. Der Trend hält seit einigen Jahren an, doch in vielen Fällen, auch in Berlin, reagierte die Politik zu spät. Weil Erweiterungen und Neubauten nicht rechtzeitig geplant wurden, platzen die Schulen aus den Nähten. Betroffen sind derzeit vor allem die Grundschulen, in den nächsten Jahren werden die Oberschulen folgen.

Berliner Eltern sind kampferprobt und jederzeit bereit zum lauten Protest. Aber auch immer sehr interessiert an konstruktiven Lösungen. In Kreuzberg haben sich fünf Schulen zusammengetan und eine Art Runden Tisch erstritten. Wenn der Platz im eigenen Haus nicht reicht, dann kann vielleicht die Nachbarschaft aushelfen? Kitas, das Quartiersmanagement und andere sind eingeladen darüber nachzudenken, wie externe Räume für die Schule zeitweise genutzt werden können oder durch Kooperation mit Stadtteilzentren oder Jugendeinrichtungen Synergien erreicht werden.

Die Eltern sind optimistisch: "Wir hoffen, dass sich dadurch ein kontinuierlicher Austausch der betroffenen Schulen und aller „player“ vor Ort entwickelt, dass die Räume für schulische Nutzungen durch Synergien mit Externen und intelligente Lösungen erweitert werden können - und vor allem, dass diese Idee auf weitere Schulregionen ausstrahlt."
...weiterlesen "Kreuzberger Kiezgespräche: Da müssen wir durch – gemeinsam!"

Seit Januar 2016 wird an der Wilhelm-Hauff-Grundschule im Berliner Stadtteil Wedding unübersehbar saniert – die Plane, die das ganze Gebäude verhüllt, wäre eines Christo würdig. Die sich hinziehenden Baumaßnahmen haben jedoch spürbare negative Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen von Lehrerinnen und Schülerinnen.

Die Gründe dafür sind nicht Lärm und Schmutz allein. Als belastend empfindet das Kollegium vor allem die mangelnde Kommunikation mit den planenden und koordinierenden Stellen in der Verwaltung. Weil die Pädagoginnen nicht einbezogen wurden, ist der Fluchtwegeplan zwar theoretisch in Ordnung, in der Praxis aber unpraktikabel. Neugierige Grundschulkinder müssen von lose hängenden Kabeln ferngehalten werden. Oder: Für ausgebaute Einbauschränke gibt es keinen Ersatz.

Das geht doch besser? Redet mit den Schulen, bezieht Kinder und Erwachsene mit ein. Nehmt ihre Bedürfnisse ernst. Dann klappt's auch mit den Bauarbeiten...
...weiterlesen "Das Amt saniert – und die Schule muss sich arrangieren"

Werden Schulgebäude saniert, muss der Unterricht oft andernorts stattfinden – oftmals in Containern. Doch was bedeutet das für den Schulalltag? Einblicke gibt Monika Brandl, Lehrerin des Walahfrid-Strabo-Gymnasiums (WSG) in Rheinstetten, die auf 1,5 Jahre des Lernens und Lehrens in Containern zurückschaut.

Wir haben mit ihr gesprochen. Lesen Sie das Interview und erfahren Sie mehr über den Umzug, irritierend weiße Wände, eine erstaunlich gut funktionierende Heizung und fehlenden Platz. Fazit der Pädagogin: "Man konnte mit dieser Raumsituation klarkommen."
...weiterlesen "Alle raus, Schule sanieren, alle wieder rein – vom Lernen in Containern"

Stinkende Schultoiletten, ungepflegte Sanitärräume, versiffte Anlagen, die die Bezeichnung "Stilles Örtchen" nicht verdienen. Es gibt sie in vielen Städten und Gemeinden, quer durch alle Bundesländer. Wir stellen heute ein Beispiel aus Berlin-Spandau vor.

Mangelnde Wertschätzung der Verwaltung gegenüber ihren Schulen, auch das ist keine Berliner Spezialität, wie wir in vielen Gesprächen mit Eltern und Schulleitungen aus ganz Deutschland erfahren haben. Wenn der Eindruck entstand, in der Hauptstadt seien die Schulen ganz besonders kaputt, dann deshalb, weil Eltern hier keine Probleme (mehr) haben, die Missstände öffentlich zu verhandeln.

In Spandau bedurfte es einer Petition mit 300 Unterschriften, ehe sich der Amtsleiter zu einer Begehung bitten ließ. "Nun gilt es, die Tatsachen und Zusagen zu sichern", schreiben die Eltern. Laut bleiben ist das Gebot der Stunde. Nur nicht wieder vergessen werden.

Transparenz, Verbindlichkeit, Kommunikation auf Augenhöhe - viele Schulen kennen das nicht im Umgang mit ihren Schulträgern.
...weiterlesen "Schultoiletten: „Seit Jahren regen Schüler und Eltern sich auf“"

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Bald kommt es, das große Geld für die Schulgebäude. Es wird zu wenig sein und hinten und vorne nicht reichen - geschenkt. Milliarden werden in den nächsten Jahren von Bund, Ländern und Kommunen in die ächzende Substanz von Schulhäusern sowie ihren Nebengebäuden und Außenanlagen investiert werden.

Damit im selben Atemzug aus Anstalten Lernhäuser werden, braucht es Praktiker, die groß denken. Nun ist das so eine Sache mit der Kreativität auf Knopfdruck. Vor allem wenn der Alltag ruft, die Politik die Gelder schon verteilt, die Verwaltung bereits plant (alles natürlich über die Köpfe der Lehrerinnen und Schülerinnen hinweg). Und gefühlt der Bagger schon auf dem Schulhof steht.

Macht euch locker - spielt eine Runde!
Berliner Architekten haben mit einer Stiftung zusammen ein Spiel entwickelt. Es führt eine Gruppe von möglichst unterschiedlichen Menschen in 17 Schritten und 90 Minuten zur "perfekten Lernlandschaft". Faszinierende Idee, oder? Unbedingt ausprobieren!
...weiterlesen "Visionen-Spiel: Spielerisch die perfekte Schule bauen"

Weil das Dach undicht ist, werden Unterrichtsräume feucht. Es bildet sich Schimmel - die Räume werden aufgrund der gesundheitlichen Gefahren unbenutzbar. Die Sporthalle gammelt vor sich hin. Aus maroden Leitungen kommt Wasser, das man nicht trinken soll. Die Heizung: nicht zu gebrauchen.

Schülerinnen und Schüler aus Köln zeigen uns ihre Schule. "Wir wünschen uns, dass unser Schulgebäude wieder instand gebracht wird und wir uns hier bald wieder wohlfühlen können."
...weiterlesen "„Unter diesen Bedingungen ist ein Schulbesuch unzumutbar“"

"Benachteiligung in der Bildung beginnt damit, dass Kinder und Jugendliche in maroden Schulen lernen müssen – und ganz besonders, wenn einigen von Ihnen aufgrund von räumlichen Barrieren der Zugang verwehrt bleibt", sagt Gisela Braun vom Bundesnetzwerk "Schule für alle".

Unsere derzeit laufende Umfrage bestätigt einen Zusammenhang zwischen dem Zustand des Schulgebäudes und der Barrierefreiheit: marode Schulen sind in der Regel für Rollstuhlfahrer nicht geeignet, für differenzierte Lernangebote schon gar nicht. Kaputte Schulen sind nicht inklusiv.

Was hier zu tun wäre, erklärt eine Schulleiterin aus Hessen, Mitstreiterin der Initiative. Vor allem Neubauten und Grundsanierungen sieht sie als Chance, Schulräume der inklusiven Ganztagsschule neu zu denken - zum Beispiel: Veranstaltungen, Schulgarten, außerschulische Lernorte, Rückzugsbereiche, Spielräume, Ruhezonen, reizarme Räume, Bewegungsangebote, Erkundungsorte, Therapieräume, Räume für Pflege...
Neues Lernen in neuen Räumen!

...weiterlesen "„Bildung für alle“ gelingt nur in bedarfsgerechten Räumen"

Die Rochusschule in Bonn hat akute Raumnot und auch an allen Ecken und Enden im Hauptgebäude ist Sanierungsbedarf. Die dringend benötigte Aula der Schule ist aus Brandschutzgründen gesperrt, was Kindern und Lehrerinnen großen Kummer bereitet.

Größtes Kopfzerbrechen macht jedoch der Containerbau, der, wie zahllose andere auch, als Provisorium errichtet worden war: Als Reaktion auf - unerwartet und plötzlich (...) - steigende Schülerzahlen. Da nichts so dauerhaft ist wie ein Provisorium, finden sich die in die Jahre gekommenen hässlichen Kisten quer durch die Republik.

Das Kollegium der Rochusschule will sich mit dem Zustand seiner Kiste nicht mehr abfinden: In einem Brief an die Stadt sind die Räume beschrieben, in denen sich Lehrkräfte und Schülerinnen täglich aufhalten müssen. Es ist zu eng, dreckig und es stinkt. Außen wie innen zeigen die Wände Risse. Die Heizung ist nicht zu gebrauchen. Die Pädagoginnen wollen hier nicht mehr länger arbeiten.

Wir dokumentieren den Brief der Lehrerinnen im Wortlaut. ...weiterlesen "Unterricht in einer maroden Kiste: „Bitte helfen Sie uns!“"

Unsere Demokratie verändert sich, Partizipation wird immer mehr zum Thema einer sich wandelnden Gesellschaft. Wie für die Demokratie im Allgemeinen gilt auch hier: Beteiligung gibt es nicht zum Nulltarif, sie muss erstritten, erarbeitet und erlernt werden - von Bürgerinnen und Bürgern, der Verwaltung und auch von der Politik.

Hinter dem Wunsch nach Mitgestaltung steht immer die Frage "Wie wollen wir leben?" Wie soll unsere Schule aussehen? Wie wollen wir dort leben, lernen und arbeiten?  Wie sieht das Lernen der Zukunft aus und können wir heute die Räume dafür planen?

Es ist ungemein hilfreich, wenn es für diesen Prozess des Entwerfens bereits Vorbilder gibt, die ihre Erfahrungen weitergeben und Wissen teilen. Angelika Deinhardt, selbst Schulleiterin, hat für ihre Kolleginnen und Kollegen eine mutmachende Handreichung geschrieben, die wir in Auszügen veröffentlichen dürfen. ...weiterlesen "Beteiligung der Nutzer schafft zukunftsfähige und schülerfreundliche Lernräume"

Dass es sinnvoll ist, die Nutzerinnen bei der Planung von Umbauten und Erweiterungen ihrer Schulhäuser zu beteiligen, haben an dieser Stelle mehrere Expertinnen betont. Dass manchmal Unfug herauskommt, wenn Schulen nicht einbezogen werden, zeigt ein Beispiel aus Rheinland-Pfalz.

Schulleiter Hans Maier freut sich einerseits über seine neue Mensa und auch ansonsten über eine sehr gutwillige Gemeinde. Aber eigentlich ist die Erweiterung seiner Schule nicht zu gebrauchen: die Klassenräume sind um den lärmigen Mensabereich herum gruppiert, der schwarze Fußboden unter dem Glasdach sorgt für tropisches Raumklima.

Hans Maier fragt sich auch, warum er für einen angemessen großen Musikraum streiten muss. Oder für die Einrichtung eines Computerraumes. Und warum gibt es Landeszuschüsse nur für Mindeststandards?

Mitreden dürfen, gehört werden. Das wär doch was. ...weiterlesen "Warum hört uns keiner zu?"