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GEW: Mindestanforderungen an inklusives und gesundes Schulgebäude

Saubere Toiletten, Schallschutz, Schadstofffreiheit, variable Räume, Barrierefreiheit - Ilka Hoffmann von der GEW nennt Mindeststandards für gute Schulhäuser. Um das umzusetzen brauche es neben einer Prioritätensetzung der Kommunen für Bildung auch die Unterstützung des Bundes.
Außerdem: Gemeinsame Aktionen von Lehrkräften, Schülerinnen und Eltern.

Nun denn. Here we are 🙂

 

Ilka Hoffmann
Foto: Kay Herschelmann

Viele Schulgebäude in Deutschland sind marode.  Noch nicht einmal hygienisch einwandfreie Toiletten sind überall garantiert. Das ist schlimm und ein Skandal. Darüber hinaus entsprechen viele Einrichtungen nicht den Mindeststandards, die notwendig sind, um gute Lernbedingungen sowie die Gesundheit der Lernenden und Lehrkräfte zu gewährleisten. Die GEW nennt Mindestanforderungen an ein inklusives, gesundes Schulgebäude:

Toiletten, die hygienisch einwandfrei sind.

Schallschutz: Die Akkustik in vielen Schulgebäuden ist suboptimal. Dies erschwert nicht nur in erheblichem Maß das Lernen von Kindern und Jugendlichen, die Hörschäden haben. Es beeinträchtigt auch allgemein die Konzentrationsfähigkeit sowie das Sprachverstehen und es verursacht Stress.

Schadstofffreiheit: Viele Schulgebäude sind nach wie vor mit gesundheitsschädlichen Stoffen belastet, die sich in Böden, Leimen, Fugen und Anstrichen finden. Zu nennen sind hier Polychlorierte Biphenyle (PCB), Formaldehyd und Asbest. Alle diese Stoffe sind im höchsten Maße gesundheitsschädigend, verursachen Krebs, Allergien oder Atemwegserkrankungen.

Raum zum Lernen und Arbeiten: Viele Kinder und Jugendliche sitzen eingepfercht in zu kleinen Klassenräumen. Platz für offene Arbeitsformen und Methodenvielfalt? Fehlanzeige! Heterogene Lerngruppen brauchen variable Räume, in denen auf vielfältige Weise, allein oder in Gruppen, in unterschiedlich aufgeteilten Räumen gearbeitet werden kann. Aber auch die Lehrkräfte brauchen eigene Räume für die Unterrichtsvorbereitung und das gemeinsame Arbeiten im Team. Meist haben Lehrkräfte außer einem Postfach und einem Stuhl im Lehrerzimmer in der Schule keinen Platz für die Unterrichtsvor- und-nachbereitung.

Barrierefreiheit: Die Bundesregierung hat die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen unterzeichnet. Nun gilt es, dass Schulen barrierefrei werden. Allzu oft werden etwa Umbauten für Rollstuhlfahrer mit fadenscheinigen Gründen abgelehnt.

(Frei-)Räume für eine gesunde Pausengestaltung: Schulhöfe mit Rollsplitbelag oder Asphalt sind keine Seltenheit. Die Verletzungsgefahr ist groß. Es mangelt auf vielen deutschen Schulhöfen an Spiel-, Sport- und Sitzgelegenheiten. Auch Schulgärten gibt es selten. In den Gebäuden fehlen Aufenthaltsräume, sodass Kinder und Jugendliche häufig bei Regen im Klassenzimmer bleiben müssen.

Was wir brauchen ist ein bundesweites Förderprogramm für gesunde Lern- und Arbeitsumgebungen in den Schulen. Auch, wenn viele Kommunen Geldsorgen haben:  Häufig werden die Schulen auch nicht prioritär behandelt, wenn es um Investitionen geht. Hier ist zu prüfen, welche Vorhaben  vielleicht verschoben werden können, wenn es in den Schulen brennt. Angesichts maroder Schulen bekommt die heranwachsende Generation das Gefühl vermittelt: Mehr seid Ihr uns nicht wert. Eine fatale Botschaft! – Hier sind alle gefragt, auf Misstände aufmerksam zu machen:  Die Lehrkräfte, die Schüler*innen und die Eltern. Am Besten in gemeinsamen Aktionen!

Ilka Hoffmann
Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft
Leiterin des GEW-Vorstandsbereichs Schule

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