Die Rochusschule in Bonn hat akute Raumnot und auch an allen Ecken und Enden im Hauptgebäude ist Sanierungsbedarf. Die dringend benötigte Aula der Schule ist aus Brandschutzgründen gesperrt, was Kindern und Lehrerinnen großen Kummer bereitet.

Größtes Kopfzerbrechen macht jedoch der Containerbau, der, wie zahllose andere auch, als Provisorium errichtet worden war: Als Reaktion auf - unerwartet und plötzlich (...) - steigende Schülerzahlen. Da nichts so dauerhaft ist wie ein Provisorium, finden sich die in die Jahre gekommenen hässlichen Kisten quer durch die Republik.

Das Kollegium der Rochusschule will sich mit dem Zustand seiner Kiste nicht mehr abfinden: In einem Brief an die Stadt sind die Räume beschrieben, in denen sich Lehrkräfte und Schülerinnen täglich aufhalten müssen. Es ist zu eng, dreckig und es stinkt. Außen wie innen zeigen die Wände Risse. Die Heizung ist nicht zu gebrauchen. Die Pädagoginnen wollen hier nicht mehr länger arbeiten.

Wir dokumentieren den Brief der Lehrerinnen im Wortlaut. ...weiterlesen "Unterricht in einer maroden Kiste: „Bitte helfen Sie uns!“"

Unsere Demokratie verändert sich, Partizipation wird immer mehr zum Thema einer sich wandelnden Gesellschaft. Wie für die Demokratie im Allgemeinen gilt auch hier: Beteiligung gibt es nicht zum Nulltarif, sie muss erstritten, erarbeitet und erlernt werden - von Bürgerinnen und Bürgern, der Verwaltung und auch von der Politik.

Hinter dem Wunsch nach Mitgestaltung steht immer die Frage "Wie wollen wir leben?" Wie soll unsere Schule aussehen? Wie wollen wir dort leben, lernen und arbeiten?  Wie sieht das Lernen der Zukunft aus und können wir heute die Räume dafür planen?

Es ist ungemein hilfreich, wenn es für diesen Prozess des Entwerfens bereits Vorbilder gibt, die ihre Erfahrungen weitergeben und Wissen teilen. Angelika Deinhardt, selbst Schulleiterin, hat für ihre Kolleginnen und Kollegen eine mutmachende Handreichung geschrieben, die wir in Auszügen veröffentlichen dürfen. ...weiterlesen "Beteiligung der Nutzer schafft zukunftsfähige und schülerfreundliche Lernräume"

Dass es sinnvoll ist, die Nutzerinnen bei der Planung von Umbauten und Erweiterungen ihrer Schulhäuser zu beteiligen, haben an dieser Stelle mehrere Erpertinnen betont. Dass manchmal Unfug herauskommt, wenn Schulen nicht einbezogen werden, zeigt ein Beispiel aus Rheinland-Pfalz.

Schulleiter Hans Maier freut sich einerseits über seine neue Mensa und auch ansonsten über eine sehr gutwillige Gemeinde. Aber eigentlich ist die Erweiterung seiner Schule nicht zu gebrauchen: die Klassenräume sind um den lärmigen Mensabereich herum gruppiert, der schwarze Fußboden unter dem Glasdach sorgt für tropisches Raumklima.

Hans Maier fragt sich auch, warum er für einen angemessen großen Musikraum streiten muss. Oder für die Einrichtung eines Computerraumes. Und warum gibt es Landeszuschüsse nur für Mindeststandards?

Mitreden dürfen, gehört werden. Das wär doch was. ...weiterlesen "Warum hört uns keiner zu?"

"Wir lieben unsere Schule" - gibt es ein schöneres Lob?
An dieser Stelle sei angemerkt, dass wir es im Rahmen unserer Kampagne mit sehr vorzeigbaren Schulen zu tun haben. Schon die Erfahrungen mit dem Berliner "Adventskalender" haben gezeigt, dass Protest gegen schlechte Rahmenbedingungen vor allem dort laut wird, wo Schülerinnen und Lehrerinnen sich mit Wertschätzung begegnen, es eine hohe Zufriedenheit mit der Arbeit des pädagogischen Teams und ein gemeinsam getragenes pädagogisches Konzept gibt.

Die Schülerinnen der Voltaireschule in Potsdam wünschen sich: angenehme Toiletten, ein freundliches Äußeres und schöne Räume. Damit sie in Zukunft noch mehr Freude beim Leben und Lernen in ihrer Schule haben. ...weiterlesen "Wir lieben unsere Schule. Uns stört, dass sie so kaputt ist."

Wie wollen wir leben? Wie soll unser Lernen und Lehren gestaltet sein? Nutzerinnen der Schulgebäude werden viel zu wenig in die Planung und Gestaltung ihrer Häuser einbezogen. Schulleitungen manchmal, Schülerinnen in der Regel überhaupt nicht.

Katharina Sütterlin und Susanne Wagner haben vor einigen Jahren in Berlin "Bauereignis" gegründet, um diesem Mangel an Partizipation etwas entgegenzusetzen. Ihre vergleichsweise kleinen Projekte bewirken große Veränderungen.

Aufgrund ihrer Beobachtungen aus dem Ganztagsschulprogramm des Bundes (hier wurden ab 2004 letztmalig Bundesmittel in Milliardenhöhe verbaut) wünschen die Architektinnen sich nun eine Kleinigkeit (Finanzfachleute in den Verwaltungen werden das anders sehen). Ein Teil des Budgets für die Sanierung oder den Neubau möge zurückgehalten werden, um Anpassungen für die jeweiligen Nutzerinnen ermöglichen zu können. Klingt nach einer smarten Idee. ...weiterlesen "Schulbau als Gemeinschaftsaufgabe: Nutzerwünsche und Gebäudepotentiale miteinander verzahnen"

Der Zustand der Toiletten - kein Thema wird an Schulen quer durch die Republik heißer diskutiert als das stille Örtchen. Wie es dort aussieht, hängt - klar - ab vom Alter der sanitären Anlagen und von der Intensität und der Qualität der Reinigung. Und natürlich vom Verhalten der Nutzerinnen.

Unsere heutigen Expertinnen von der German Toilet Organization sind der Meinung, dass Sanierungen nicht ausreichen. In vielen Fällen, sagen sie, fehle es am Verständnis für den pädagogischen Wert der Schultoilette. In ihrer Arbeit mit Schulen tragen sie dazu bei, das Thema in den Mittelpunkt des schulischen Alltags zu rücken.

Dabei sind es die kleinen Verbesserungen, die viel bewirken, aber wenig kosten: Seife, Handtücher, Klobürsten, Kleiderhaken oder auch Grünpflanzen. Das wichtigste aber, so Svenja Ksoll und Thilo Panzerbieter, ist die Einbeziehung Aller. "Wo das Zusammenspiel zwischen Erwachsenen und Kindern und Jugendlichen kommunikativ ist und auf Austausch basiert", klappt's auch mit dem Schulklo. ...weiterlesen "Renovierungen reichen nicht, um den Brennpunkt Schultoilette zu entschärfen"

In den nächsten Jahren wird in Deutschland viel Geld für Investitionen in die marode Infrastruktur fließen. Für die Schulen haben nach Hamburg auch die Länder NRW und Berlin Mittel in Milliardenhöhe bereitgestellt. Andere Länder werden folgen, mindestens die bisher zugesagten Finanzhilfen des Bundes werden investiert werden.

Neben der Beseitigung der Schäden wird es auch darum gehen müssen, die Mittel klug einzusetzen: Für unseren heutigen Experten haben räumliche Rahmenbedingungen Vorrang, die dazu beitragen, den Unterricht zu verbessern. Mit einer technischen Sanierung, sagt Otto Seydel, muss auch eine pädagogische Erneuerung einhergehen.

Trivial ist das keineswegs, wie der Schulbauberater anhand innovativer Beispiele aus England und Kanada zeigt. Lehrerinnen, die bisher in "Schuhkartonklassen" arbeiteten, machten zunächst Unterricht "gegen den Raum", weil sie erst lernen mussten mit den neuen Methoden und Möglichkeiten umzugehen. Wer also Räume für das Lernen der Zukunft plant, muss Aus- und Weiterbildung für Lehrkräfte genauso in die Kalkulation einbeziehen wie eine fundierte Prozessbegleitung sowie die interdisziplinäre Forschung zur Schulentwicklung und ihrer Evaluation. ...weiterlesen "Der marode Zustand der Schulen ist eine Chance"

Erstens, zweitens, drittens - der Bundeselternrat hat klare Vorstellungen zum Thema Schulbau: Kooperationsverbot aufheben, die vorhandenen Mittel gerecht(er) verteilen. Und dann gute Schulen bauen.

Eine gute Schule ist eine, die einer heterogenen Schülerschaft gerecht wird. Die gesund, nachhaltig und inklusiv ist und verschiedenen Nutzerinnen Raum bietet.

Spätestens hier sollte klar geworden sein, dass Geld alleine nicht ausreicht. Wolfgang Pabel spricht vom erweiterten Bildungsbegriff, neuen Schulbaurichtlinien und einer neuen Kultur des Planens und des Bauens, sprich der Beteiligung der Menschen, die in den guten Schulen leben, lernen und lehren sollen.

Der Mann will die Welt verändern! Gefällt uns. ...weiterlesen "Bundeselternrat: Schulen für eine zeitgemäße Pädagogik sind lange überfällig"

Unser Experte des heutigen Tages ist Fachmann für Bildung bei Greenpeace. Die Umweltorganisation setzt sich dafür ein, dass Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung auf die politische Agenda kommt und ist Mitglied in der NGO-Allianz Bündnis ZukunftsBildung.

Für Thomas Hohn ist der Zustand vieler Schulgebäude ein "ethisches Desaster". „Gesamtinstitutionelle bzw. institutionsweite Ansätze erfordern nicht nur eine Neuorientierung der Lehrinhalte und Methoden, sondern auch eine Gelände- und Gebäudeverwaltung, im Einklang mit einer nachhaltigen Entwicklung“, zitiert er die UNESCO Roadmap zur Umsetzung des Weltaktionsprogramms „Bildung für nachhaltige Entwicklung“.
Doch wie soll das gehen in einer Lernumgebung, die diese Ziele so wenig wertschätzt? " Wie soll jemand etwas über Energie sparen lernen, wenn der Wind durch die Fenster pfeift?" ...weiterlesen "Greenpeace: Bildungseinrichtungen müssen Gestaltungsort für nachhaltige Entwicklung werden"

Auf die desolate Finanzlage vieler Kommunen wurde hier schon hingewiesen - wir werden noch öfter darauf zurückkommen müssen. Auch der Nürnberger Elternverband weist auf die finanzielle Not in seiner Stadt hin, mit der ausdrücklichen Betonung einer konstruktiven Zusammenarbeit mit der Kommune.

Die Eltern erwarten Hilfe vom Land und vom Bund. Und sie wenden sich gegen Pläne der Bundesregierung (und so mancher Wahlkämpferin), Steuern zu senken. ...weiterlesen "Investiert in Bildung! Nürnberger Eltern gegen Steuersenkungen"