Das Rad muss nicht immer neu erfunden werden, auch beim Schulbau nicht. Gute Beispiele gibt es schon viele. Angesichts der Untätigkeit und Phantasielosigkeit der Berliner Verwaltung haben sich engagierte Eltern in Berlin auf den Weg gemacht, um diese Ideen kennenzulernen und nach Berlin zu holen. Sie haben dadurch einen Stein ins Rollen gebracht: Dass es in der Bildungsverwaltung eine Arbeitsgruppe Schulraumqualität gab, die kürzlich ihre Ergebnisse vorgestellt hat (siehe auch unser Vorwort), ist ihrer Hartnäckigkeit zu verdanken.

Norman Heise, Vorsitzender des Berliner Elterngremiums, denkt nun weiter: "Wir Eltern fordern eine Institution auf Bundesebene als Ansprechpartner – eine Art Kultusministerkonferenz für Schulbau-Themen."
Das klingt nach einer richtig guten Idee. ...weiterlesen "Kompetenzen ergänzen! Warum nicht auch beim Schulbau?"

Es gibt sie in vielen Städten und Gemeinden: die Pleiten-, Pech- und Pannenbaustellen. Die prominentesten sind wohl der Flughafen BER in Berlin-Schönefeld und die Elbphilharmonie in Hamburg. In allen Fällen gibt es ein fatales Zusammenwirken von Inkompetenz, Personalmangel und Finanznot in unterschiedlichen Anteilen.

In Pinneberg, das haben wir schon erfahren dürfen, gibt es viele marode Schulen. Die Stadt scheitert beispielsweise seit fünf Jahren an der Sanierung des Innenhofes des Theodor-Heuß-Gymnasiums. Für die Schüler ist die wertvolle Fläche seit 2012 nicht nutzbar. Insgesamt ist die Schule seit 10 Jahren eine Dauerbaustelle. Das Ende ist offen. ...weiterlesen "Pinneberg: Eine Birke wuchs durch einen alten Schornstein"

Saubere Toiletten, Schallschutz, Schadstofffreiheit, variable Räume, Barrierefreiheit - Ilka Hoffmann von der GEW nennt Mindeststandards für gute Schulhäuser. Um das umzusetzen brauche es neben einer Prioritätensetzung der Kommunen für Bildung auch die Unterstützung des Bundes.
Außerdem: Gemeinsame Aktionen von Lehrkräften, Schülerinnen und Eltern.

Nun denn. Here we are 🙂 ...weiterlesen "GEW: Mindestanforderungen an inklusives und gesundes Schulgebäude"

Allet jut, würde die Berlinerin sagen.
Die Fenster lassen sich öffnen - und schließen. Keines droht herauszufallen. Niemandem fallen irgendwelche Sachen auf den Kopf oder vor die Füße. Es regnet nicht ins Klassenzimmer oder in die Turnhalle.
Läuft. Irgendwie.

Was an einer Grundschule in Berlin-Charlottenburg bei Eltern zu erheblichem Unmut sorgt, kann unter der Rubrik ganz normaler Wahnsinn verbucht werden: Das Haus ist dreckig, staubig, ungepflegt und renovierungsbedürftig. Von Heizungen, Rohren und Sockelleisten platzt der Lack ab. Die Toiletten: stinken.

Aus Engagement wird Notwehr: Eltern und Schülerinnen putzen selbst. Die AG schöne Schule schreibt Briefe ans Amt und Beiträge für Protestaktionen - voilá... ...weiterlesen "Nur dreckig und verwahrlost. Nichts Gefährliches. Allet jut."

Die Schulen in Pinneberg sind zum Teil stark sanierungsbedürftig. Vor drei Jahren haben sich Eltern zur Schulallianz Pinneberg zusammengetan. Mit Veranstaltungen, Besuchen der kommunalen Gremien, Gesprächen mit Politikerinnen und einer Online-Petition haben sie es geschafft, die Schulen ins Zentrum der öffentlichen Debatte zu rücken. "Überforderung und Finanznot", so die Aktivistinnen, sorgen jedoch dafür, dass die Initiative bisher keinen Erfolg hatte. ...weiterlesen "Pinneberg: Schulallianz setzt sich für Sanierung der Schulen ein"

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Eine abrissreife Schulruine in Brandenburg: Die Stadt Zossen investiert gerade einmal 3000 Euro im Jahr in ihre Gesamtschule - weil der Abbruch ohnehin ansteht. Ein geplanter Neubau wird aber, erzählt Carsten Preuß, immer wieder auf unbestimmte Zeit verschoben. Der Vater eines Schülers der 10. Klasse berichtet vom katastrophalen Zustand des Gebäudes. ...weiterlesen "Lernen in einer Ruine: Hoffen auf den überfälligen Neubau"

Das Lernen und das Schulhaus, beides gehört zusammen. Der Raum, lautet eine viel benutzte Floskel, ist der "dritte Pädagoge". Schlechte räumliche Bedingungen führen zu schlechteren Lernergebissen. Eine Binse, sollte man denken. ...weiterlesen "Warum sind schülergerechte Schulbauten wichtig?"

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Wie sieht's denn aus im Land? Das fragen mitunter die Abgeordneten die Landesregierung. Die Antworten ähneln sich: "Der Landesregierung ist der Investitionsbedarf für Schulen in Rheinland-Pfalz nicht bekannt." Weil, ergänzt Hessen: Es ist "dem Land nicht möglich, die gestellten Fragen von sich aus zu beantworten, da die Schulträger ihm gegenüber weder nachweis- noch rechenschaftspflichtig sind."

Lass mich doch in Ruhe, sagt der Erklärbär in Mecklenburg-Vorpommern und murmelt: "Die Beschaffung derartiger Informationen gehört demzufolge auch nicht zu den Aufgaben der Rechtsaufsichtsbehörden (vgl. Gern, Deutsches Kommunalrecht, 3. Auflage, Rz811 Pkt. 4.1.1.) und findet daher in § 80 KV M-V keine Ermächtigungsgrundlage (vgl. Gerner in Muth u. a., Potsdamer Kommentar, Rz 4 zu § 123; Glaser, Der Überblick 96, 355)."

Alles klar?
Jedenfalls ist es kompliziert. Zahlen zum Sanierungsbedarf gibt es so gut wie nicht, und wo es sie gibt, werden sie entweder komplett unter Verschluss gehalten oder nur in Summe angegeben. Einer interessierten Öffentlichkeit sind weder diese unterschiedlichen Zuständigkeiten für ein und dieselbe Sache noch diese Intransparenz vermittelbar.

Michael Kretschmer, Bildungsexperte der CDU, möchte ausdrücklich an der Zuständigkeit der Länder für die Schulpolitik festhalten. ...weiterlesen "CDU: Investitionen in die Schulinfrastruktur finanzschwacher Kommunen"

Wow! Die SPD ist doch immer wieder für Überraschungen gut. Zuerst donnert Sigmar Gabriel ein beherztes "Schulen müssen die Kathedralen des Landes werden" ins Land. Dann fordert die Thomas Oppermann ein Neun-Milliarden-Programm zur Schulsanierung. ...weiterlesen "SPD: Schulen in Brennpunkten zu Magneten machen"

Özcan Mutlu von den Grünen will das Kooperationsverbot aufheben und verweist auf die Forderung der Grünen, "10.000 Schulen fit für die Zukunft" zu machen. 10 Milliarden Euro will die Partei dafür bereitstellen.

Das ist ein Drittel was nötig wäre um die Schulen in Deutschland in Schuss zu bringen, von notwendigen Erweiterungen, Umbauten und Investitionen in die digitale Infrastruktur und Ausstattung ganz zu schweigen. ...weiterlesen "Grüne: 10.000 Schulen fit für die Zukunft"