Pinneberg: Eine Birke wuchs durch einen alten Schornstein

Es gibt sie in vielen Städten und Gemeinden: die Pleiten-, Pech- und Pannenbaustellen. Die prominentesten sind wohl der Flughafen BER in Berlin-Schönefeld und die Elbphilharmonie in Hamburg. In allen Fällen gibt es ein fatales Zusammenwirken von Inkompetenz, Personalmangel und Finanznot in unterschiedlichen Anteilen.

In Pinneberg, das haben wir schon erfahren dürfen, gibt es viele marode Schulen. Die Stadt scheitert beispielsweise seit fünf Jahren an der Sanierung des Innenhofes des Theodor-Heuß-Gymnasiums. Für die Schüler ist die wertvolle Fläche seit 2012 nicht nutzbar. Insgesamt ist die Schule seit 10 Jahren eine Dauerbaustelle. Das Ende ist offen.

Im Folgenden sind hier Bilder aus der Theodor-Heuss-Schule zu sehen, einem städtischen Gymnasium mit 850 Schülern: Der Innenhof ist seit 5 Jahren im Baustellenzustand. 2012 wurde mit der Demontage der Innenhof-Fassade begonnen. Leider hatten die Entscheidungsträger in der verantwortlichen Behörde nicht im Vorfeld geklärt und sichergestellt, wie die Fortsetzung der Sanierung nach dem Abriss aussehen soll und kann. Planungsschwierigkeiten, finanzielle Probleme, Kommunikations- und Abstimmungsschwierigkeiten zwischen den zuständigen Bereichen, fehlende Bauunterlagen des Bestands, Personalknappheit sowie stark verzögerte Haushaltsgenehmigungen wegen fehlender Jahresabschlüsse waren dann unter anderem Gründe für die immer weiter verschleppte Fertigstellung. Wir hoffen sehr, dass der wertvolle Pausenhof und das Herzstück der Schule in diesem Jahr nach der langen Zeit des Wartens wieder nutzbar sein wird. Zumindest wurde es - wie schon so häufig zuvor - in Aussicht gestellt.

Im stark sanierungsbedürftigen Oberstufentrakt sind die Räume zum Teil extrem verrottet und nicht nutzbar. Fotos aus dem Gangbereich im OS-Trakt: Die Deckenverkleidung musste aus Brandschutzgründen demontiert werden, seitdem liegen Kabel und Rohre frei. Die Sanierung in diesem Gebäudeteil ist in Planung. Die Oberstufenschüler, die sich auf ihr Abitur vorbereiten, müssen in ihrem wichtigen Alltag diese kaum zu ertragenden Räumlichkeiten nutzen - Lernen in einer schönen Umgebung wäre hier ein deutlicher Vorteil! Es bleibt zu hoffen, dass die Fertigstellung dieses Gebäudeteils nicht eine Fortsetzung des Sanierungsdramas an dieser Schule bedeuten wird!

Die Schule ist bereits seit 10 Jahren eine Dauerbaustelle. Meine Kinder dort sind jetzt durch und kennen - wie die ganze Schülergeneration - sehr viel Lärm, Schmutz und Frust im Schulhaus. Nicht nur die Schülerinnen und Schüler sind von der Situation gestresst, auch für die vielen engagierten Lehrer ist der Zustand eine Zumutung und stört deren Arbeitsalltag. Die Aula als wichtiger Kommunikationsbereich und Mensaraum war 4 Jahre wegen Durchschimmelung nicht nutzbar. Übergangslösungen waren erforderlich und die Regel. Die Außenfassade wurde über mehrere Jahre saniert - diesem Krach und Dreck konnte niemand entkommen. Auch das alte Dach war in weiten Teilen marode und undicht - hier wuchs sogar eine Birke durch einen verrotteten Schornstein und es tropfte Wasser durch die Decke. Bei stärkerem Seitenwind schlug der Regen durch die undichten Fensterfronten und die Schüler mussten ihre Jacken während des Unterrichts tragen, damit sie sich nicht erkälteten.

Unterm Strich ist die Sanierung dieses Schulgebäudes eine "never-ending-story". Traurig.

Ulrike Graefen
Elternvertreterin

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