In den nächsten Jahren wird in Deutschland viel Geld für Investitionen in die marode Infrastruktur fließen. Für die Schulen haben nach Hamburg auch die Länder NRW und Berlin Mittel in Milliardenhöhe bereitgestellt. Andere Länder werden folgen, mindestens die bisher zugesagten Finanzhilfen des Bundes werden investiert werden.

Neben der Beseitigung der Schäden wird es auch darum gehen müssen, die Mittel klug einzusetzen: Für unseren heutigen Experten haben räumliche Rahmenbedingungen Vorrang, die dazu beitragen, den Unterricht zu verbessern. Mit einer technischen Sanierung, sagt Otto Seydel, muss auch eine pädagogische Erneuerung einhergehen.

Trivial ist das keineswegs, wie der Schulbauberater anhand innovativer Beispiele aus England und Kanada zeigt. Lehrerinnen, die bisher in "Schuhkartonklassen" arbeiteten, machten zunächst Unterricht "gegen den Raum", weil sie erst lernen mussten mit den neuen Methoden und Möglichkeiten umzugehen. Wer also Räume für das Lernen der Zukunft plant, muss Aus- und Weiterbildung für Lehrkräfte genauso in die Kalkulation einbeziehen wie eine fundierte Prozessbegleitung sowie die interdisziplinäre Forschung zur Schulentwicklung und ihrer Evaluation. ...weiterlesen "Der marode Zustand der Schulen ist eine Chance"

Erstens, zweitens, drittens - der Bundeselternrat hat klare Vorstellungen zum Thema Schulbau: Kooperationsverbot aufheben, die vorhandenen Mittel gerecht(er) verteilen. Und dann gute Schulen bauen.

Eine gute Schule ist eine, die einer heterogenen Schülerschaft gerecht wird. Die gesund, nachhaltig und inklusiv ist und verschiedenen Nutzerinnen Raum bietet.

Spätestens hier sollte klar geworden sein, dass Geld alleine nicht ausreicht. Wolfgang Pabel spricht vom erweiterten Bildungsbegriff, neuen Schulbaurichtlinien und einer neuen Kultur des Planens und des Bauens, sprich der Beteiligung der Menschen, die in den guten Schulen leben, lernen und lehren sollen.

Der Mann will die Welt verändern! Gefällt uns. ...weiterlesen "Bundeselternrat: Schulen für eine zeitgemäße Pädagogik sind lange überfällig"

Unser Experte des heutigen Tages ist Fachmann für Bildung bei Greenpeace. Die Umweltorganisation setzt sich dafür ein, dass Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung auf die politische Agenda kommt und ist Mitglied in der NGO-Allianz Bündnis ZukunftsBildung.

Für Thomas Hohn ist der Zustand vieler Schulgebäude ein "ethisches Desaster". „Gesamtinstitutionelle bzw. institutionsweite Ansätze erfordern nicht nur eine Neuorientierung der Lehrinhalte und Methoden, sondern auch eine Gelände- und Gebäudeverwaltung, im Einklang mit einer nachhaltigen Entwicklung“, zitiert er die UNESCO Roadmap zur Umsetzung des Weltaktionsprogramms „Bildung für nachhaltige Entwicklung“.
Doch wie soll das gehen in einer Lernumgebung, die diese Ziele so wenig wertschätzt? " Wie soll jemand etwas über Energie sparen lernen, wenn der Wind durch die Fenster pfeift?" ...weiterlesen "Greenpeace: Bildungseinrichtungen müssen Gestaltungsort für nachhaltige Entwicklung werden"

Auf die desolate Finanzlage vieler Kommunen wurde hier schon hingewiesen - wir werden noch öfter darauf zurückkommen müssen. Auch der Nürnberger Elternverband weist auf die finanzielle Not in seiner Stadt hin, mit der ausdrücklichen Betonung einer konstruktiven Zusammenarbeit mit der Kommune.

Die Eltern erwarten Hilfe vom Land und vom Bund. Und sie wenden sich gegen Pläne der Bundesregierung (und so mancher Wahlkämpferin), Steuern zu senken. ...weiterlesen "Investiert in Bildung! Nürnberger Eltern gegen Steuersenkungen"

Die Straße braucht einen neuen Belag, die Brücke ist vom Statiker grade noch mal freigegeben worden, das Rathaus braucht ein neues Dach und die Schule... Manch eine Kämmerin rauft sich angesichts ihrer klammen Kasse die Haare. In der Not erscheinen fragwürdige Finanzierungsmodelle verlockend: Nordrhein-Westfalen finanziert ein Zweimilliarden schweres Schulsanierungsprogramm über Kredite. Berlin denkt darüber nach, eine Schulbaugesellschaft zu gründen, die an eine Wohnungsbaugesellschaft angegliedert ist. So lässt sich die Schuldenbremse umgehen.

Da kommt doch der Bund mit seinem Hilfsprogramm für finanzschwache Kommunen genau richtig, oder? Es ist zwar keine strukturelle Verbesserung und damit keine nachhaltige Lösung. Und 3,5 Millionen für die Schulen sind auch nur ein Zehntel dessen was benötigt wird - aber immerhin, das ist doch was?

Um das Geld verteilen zu können, muss erst das Grundgesetz geändert werden. "Kooperationsverbot lockern" lautet die Überschrift der Mission, denn Bildung ist Ländersache. Doch die eigentlich begrüßenswerte Initiative hat Nebenwirkungen: quasi nebenbei werden Öffentlich-Private Partnerschaften generell für förderfähig erklärt. Bei unserem heutigen Experten klingeln sämtliche Alarmglocken. ...weiterlesen "Finger weg von den Schulen, Finger weg vom Grundgesetz"

Kölle Alaaf! Am Karnevalssonntag ziehen traditionell die Schull- un Veeddelszöch durch die Innenstadt, auf fast derselben Route wie der Rosenmontagszug einen Tag später. Rund 40 Vereine sind mit dabei und rund 50 Schulen. Frecher Protest bleibt da nicht aus - auch viele Schulgebäude in der Domstadt haben ihre besten Tage längst hinter sich. ...weiterlesen "Kamelle un Strüßje – auch der Schullzoch ist ein Protestzug"

Das Rad muss nicht immer neu erfunden werden, auch beim Schulbau nicht. Gute Beispiele gibt es schon viele. Angesichts der Untätigkeit und Phantasielosigkeit der Berliner Verwaltung haben sich engagierte Eltern in Berlin auf den Weg gemacht, um diese Ideen kennenzulernen und nach Berlin zu holen. Sie haben dadurch einen Stein ins Rollen gebracht: Dass es in der Bildungsverwaltung eine Arbeitsgruppe Schulraumqualität gab, die kürzlich ihre Ergebnisse vorgestellt hat (siehe auch unser Vorwort), ist ihrer Hartnäckigkeit zu verdanken.

Norman Heise, Vorsitzender des Berliner Elterngremiums, denkt nun weiter: "Wir Eltern fordern eine Institution auf Bundesebene als Ansprechpartner – eine Art Kultusministerkonferenz für Schulbau-Themen."
Das klingt nach einer richtig guten Idee. ...weiterlesen "Kompetenzen ergänzen! Warum nicht auch beim Schulbau?"

Es gibt sie in vielen Städten und Gemeinden: die Pleiten-, Pech- und Pannenbaustellen. Die prominentesten sind wohl der Flughafen BER in Berlin-Schönefeld und die Elbphilharmonie in Hamburg. In allen Fällen gibt es ein fatales Zusammenwirken von Inkompetenz, Personalmangel und Finanznot in unterschiedlichen Anteilen.

In Pinneberg, das haben wir schon erfahren dürfen, gibt es viele marode Schulen. Die Stadt scheitert beispielsweise seit fünf Jahren an der Sanierung des Innenhofes des Theodor-Heuß-Gymnasiums. Für die Schüler ist die wertvolle Fläche seit 2012 nicht nutzbar. Insgesamt ist die Schule seit 10 Jahren eine Dauerbaustelle. Das Ende ist offen. ...weiterlesen "Pinneberg: Eine Birke wuchs durch einen alten Schornstein"

Saubere Toiletten, Schallschutz, Schadstofffreiheit, variable Räume, Barrierefreiheit - Ilka Hoffmann von der GEW nennt Mindeststandards für gute Schulhäuser. Um das umzusetzen brauche es neben einer Prioritätensetzung der Kommunen für Bildung auch die Unterstützung des Bundes.
Außerdem: Gemeinsame Aktionen von Lehrkräften, Schülerinnen und Eltern.

Nun denn. Here we are 🙂 ...weiterlesen "GEW: Mindestanforderungen an inklusives und gesundes Schulgebäude"

Allet jut, würde die Berlinerin sagen.
Die Fenster lassen sich öffnen - und schließen. Keines droht herauszufallen. Niemandem fallen irgendwelche Sachen auf den Kopf oder vor die Füße. Es regnet nicht ins Klassenzimmer oder in die Turnhalle.
Läuft. Irgendwie.

Was an einer Grundschule in Berlin-Charlottenburg bei Eltern zu erheblichem Unmut sorgt, kann unter der Rubrik ganz normaler Wahnsinn verbucht werden: Das Haus ist dreckig, staubig, ungepflegt und renovierungsbedürftig. Von Heizungen, Rohren und Sockelleisten platzt der Lack ab. Die Toiletten: stinken.

Aus Engagement wird Notwehr: Eltern und Schülerinnen putzen selbst. Die AG schöne Schule schreibt Briefe ans Amt und Beiträge für Protestaktionen - voilá... ...weiterlesen "Nur dreckig und verwahrlost. Nichts Gefährliches. Allet jut."